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KTG Energie AG


Totalverlust für Anleger?

Auch die Energietochter (KTG Energie AG) des insolventen Agrarkonzerns KTG darf ihre Insolvenz in Eigenverwaltung durchführen und zig Millionen €uro für die Sanierung stehen auch schon bereit...

1.) Wunschträume vom Weißen-Ritter

Mit dem Kauf der insolvente KTG Agrar SE wurde die Gustav-Zech-Stiftung zum Mehrheitsaktionär des Tochterunternehmens KTG Energie AG und erwarb zudem auch deren Darlehensforderungen gegen ihr Tochterunternehmen (KTG Energie AG).

Die neue Eigentümerin verabschiedete sich schnell von den alten Vorständen und Aufsichtsräten und ersetzte diese durch Fachleute, die schnell die drohende Insolvenz feststellen konnten, da die Zinszahlungen an die Anleihegläubiger kurzfristig zur Zahlung fällig waren, die Kasse der Tochter aber an akuter, pekuniärer Austrocknung litt.

Genau wie bei der Muttergesellschaft (KTG Agrar SE) wurde auch bei der Tochter KTG Energie AG die Insolvenz in Eigenverwaltung eingeleitet zwecks „Sanierung“ des Unternehmens.

Die nunmehr auch insolvente KTG Energie AG ist selbst Muttergesellschaft einer Vielzahl eigenständiger Biogasanlagen-GmbHs. Die GmbHs sind nicht insolvent und stellen daher das wesentliche Vermögen der KTG Energie AG dar.

Großer Jubel brach bei den Anlegern aus, als ein Unternehmen derZech-Gruppe (Agrar ZG Projektbeteiligungs GmbH) ein Massedarlehen an die KTG Energie AG gab.

Aktionär und Anleihegläubiger frohlockten, der „Weiße-Ritter“ ist gekommen, die KTG Energie AG und alle Anleger zu retten: „Meine Aktien steigen wieder, meine Anleihezinsen werden nachgezahlt, die Anleihe von läppisches 50. Mio. € wird bei Fälligkeit vollständig zurückgezahlt usw. usf, träumten  die Anleger vor sich hin.

Einen Dankgottesdienst für den „Weißen-Ritter“ abzuhalten, der alle Anleger der KTG Energie AG völlig selbstlos rettet, dürfte indes etwas verfrüht sein

Zur Überraschung aller vom Großbauer gebeutelten Kleinanleger könnte der vermeintlich „Weiße-Ritter“ vielleicht wie ein normales Wirtschaftsunternehmen handeln und den nachfolgenden wirtschaftlich sinnvolleren Vorschlag in Erwägung ziehen:

2) Vorschlag des Vorgehensweise an einen (Nicht-ganz-so-)Weißen-Ritter

a) Banken, die der KTG Energie Darlehen gegeben haben, die mit Biogasanlagen abgesichert sind, werden gerne bereit sein ein Massedarlehen für sehr geringen Zins bereitzustellen, um den Weiterbetrieb der Biogasanlagen zu ermöglichen.

Stillstand und Verfall der Anlagen würden andernfalls den Wert ihrer Sicherheiten vollständig ruinieren.

Eigenes Kapital muß ein Investor (vormals „Weißer-Ritter“) demnach gar nicht einsetzen, um ein Massedarlehen zu gewähren. Ein schöner Vorteil für eine, bei der KTG Energie bereits engagierten, Bank wäre zudem, daß für einen Investor aus dem Hause Zech nicht die Eigenkapitalvorschriften für Banken bei der Vergabe von Massedarlehen gelten.

b) Das Massedarlehen müßte von der Zech-Gruppe nicht mal ohne Sicherheiten vergeben werden.

Der Altvorstand der KTG Energie AG, Dr. B., versicherte seiner Zeit, daß die KTG Energie AG über umfangreiche unbelastete Sicherheiten verfügen würde, die einem Investor zur Kreditabsicherung angeboten werden könnten. Der Altvorstand ist längst Geschichte, die erwähnten Sicherheiten könnte man indes auch für ein Massedarlehen einfordern.

c) Auch Massedarlehen müssen zurückgezahlt werden. Sollte dies dann nicht, wie im Darlehensvertrag bestimmt, möglich sein, wäre dann ggf. eine Verwertung der Sicherheiten, also der Verkauf / Versteigerung der Biogasanlagen möglich. Hilfsweise könne man dann auch noch die dramatische finanzielle Lage der KTG Energie anführen, wonach eine Veräußerung ihrer „Assets“ natürlich alternativlos wäre.

d) Ein anderer Käufer als den Ex-„Weißen-Ritter“ oder ein Unternehmen der Zech-Gruppe wird es kaum geben, da dieser für eine Finanzierung einer Bank eben keinerlei Kreditsicherheiten an den Biogasanlagen mehr einräumen kann. Alle denkbaren Sicherheiten an denen ein Drittkäufer Interesse haben könnte, liegen- spätestens nach dem Massedarlehen-beim „Weißen-Ritter“ und seinen Banken.

Kein anderer Interessent wäre zudem so verwegen eine Biogasanlage zu kaufen, wenn deren Rohstoffversorgung mit Substraten (Maissilage etc.) nicht gesichert ist, sondern vielmehr in den Händen der Unternehmensgruppe Zech liegt, die auch den „Weißen-Ritter“ stellt

Demnach gibt es nur noch einen Käufer, der dann „natürlicherweise“ den Preis bestimmen kann.

e) Damit aber die Kleinanleger nicht querschießen, sollte die Veräußerung noch vor der ersten Gläubigerversammlung und vor der Eröffnung des Insolvenzverfahrens über die Bühne gehen.

Die Zustimmung des vorläufigen  Gläubigerausschusses dürfte kein Problem sein, da dieser aus den Banken, dem „Weißen-Ritter“ (=Massekreditgläubiger), den Arbeitnehmern und erst ganz am Ende aus den Kleinanlegern mit ihren Schuldverschreibungen bestehen würde. Die Vertreter der Kleinanleger im Gläubigerausschuß könnten so locker überstimmt werden.

Ob die alten Darlehensforderungen der KTG Agrar gegenüber der KTG Energie schon im vorläufigen Insolvenzverfahren als nachrangige Gesellschafterforderung behandelt wird, die der Gustav-Zech-Stiftung keinen Sitz im vorläufigen Gläubigerausschuß einbringt, wird der Insolvenzrichter entscheiden.

Die erforderlichen Abstimmungsmehrheiten im vorläufigen Gläubigerausschuß wären auch ohne diese, auch wegen des Massedarlehens, ohnehin gesichert.

f) Die ersten 20 Mio. € des Verkaufspreises der Biogasanlagen würden dann bei dem „Weißen-Ritter“ zur Tilgung des Massedarlehens gezahlt; der - soweit vorhandene- Rest vorab auf die gesicherten Gläubigern (Banken / Lieferanten) verteilt und etwaig noch unvermeidbar übrigbleibende Krümel den privaten Anleihegläubigern hingeworfen.

So oder ähnlich würde es der Verfasser dem „Weißen-Ritter“ vorschlagen, wenn er keine Anleger vertreten würde, die ihre Interessen auch gegen den dann  (Nicht-ganz-so-)Weißen-Ritter schützen wollen.

3) Vorschlag an inzwischen aufgewachte Träumer

Anleger die wieder in der eher unwirtlichen Realität aufgewacht sind, sollten sich fragen, wann das letzte Mal ein „Weißer-Ritter“ im realen Wirtschaftsleben aufgetaucht ist und ob dieser auch zig Jahre lang als Unternehmer wirtschaftlich erfolgreich war, wie die Zech-Unternehmensgruppe. Sollte dann ein Mangel an „Weißen Rittern“ festgestellt werden, wäre es vielleicht sinnvoller auf eine weniger magische, eher profane Hilfestellung durch eine Anwaltskanzlei zurückzugreifen.

Die Artikel der Kanzlei MERTENS Rechtsanwälte sind zwar manchmal etwas ironisch, aber dennoch vertritt sie seit Jahren bundesweit in gerichtlichen und außergerichtlich Verfahren, sowie Insolvenzverfahren ausschließlich die Interessen geschädigter Kapitalanleger und Bankkunden gegen Banken, Initiatoren und Vermittlern von Kapitalanlagen. 

In der Kapitalanlagesache KTG Energie AG und weiteren Unternehmen der KTG Gruppe vertrauen bereits eine Vielzahl von Mandanten nachdem sie unser Angebot der kostenfreien Ersteinschätzung ihrer Rechte und Ansprüche wahrgenommen haben, die auf unserer Internetseite:

Für eine kostenfreie Ersteinschätzung füllen Sie bitte erst den Mandantenfragebogen aus und senden uns diesen per Mail oder Post zu. Weitere Hinweise zu den Kosten finden Sie unter der Seite Kosten


Mandantenfragebogen Kapitalanlagesache KTG Agrar SE

Mandantenfragebogen KTG Energie AG
Mandantenfragebogen KTG.pdf (204.87KB)
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Vorstandswechsel: Wehe, wenn der Arzt kommt...

Nachdem die Aktienmehrheit an der KTG Energie AG von dem Sachwalter des insolventen Mutterunternehmes KTG Agrar an die Zech Stiftung verkauft wurden, steigen die Aktien- und Anleihekurse der KTG Energie.

Wird jetzt alles wieder gut, oder kommt vielmehr das Schlimmste für die Anleger der KTG Energie AG erst noch?

So richtig hübsch ist die Tochter (KTG Energie) der eher unschönen Mutter (KTG Agrar)  bisher jedenfalls noch nicht, obwohl sie sicherlich zu Recht von der Finanzpresse, als das „Kronjuwel“ (FINANCE-Magazin) des Konzerns angesehen wird.

Daß die neuen Mehrheitsaktionäre auf die Tätigkeit des bisherigen Vormunds (=Aufsichtsrat) der Tochter die neuen Mehrheitsaktionäre wird verzichten können, dürfte jedem Anleger unmittelbar einsehbar sein.

Viel hübscher würde die Tochter (KTG Energie) allerdings, wenn man diese nicht nur mit frischem Geld in Form neuer Kreditlinien bei den Banken für den Substrateinkauf ausstattet, sondern auch den „Klumpfuß“ der Anleihegläubiger durch Restrukturierung der Anleihe gänzlich beseitigt.

Ob  der „Fuß“ aber überhaupt operabel ist, ist wegen des Geburtsfehlers in fast allen Anleiheprospekten, es fehlen die Bestimmungen zur Restrukturierung in den Anleihebedingungen, äußerst zweifelhaft. Schlimmstenfalls kann man aber immer noch nach vorheriger intensiver Anamnese zu radikaleren Maßnahmen greifen, sofern diese notwendig sein sollten.

Nach der Adhoc Mitteilung vom 20.09.2016 wollen die "Chefärzte" dann auch mit, daß sie im Falle der Annahme ihrer Bestellung:

"die - auch im Hinblick auf das Vorliegen von Insolvenzantragsgründen - nötigen Prüfungen veranlassen"

Und wenn man schon mal dabei ist, kann man ja auch gleich den „Silberblick“ der Tochter beseitigen. Das ständige nervöse Schielen der Minderheitsaktionäre auf Dividenden oder Kurssteigerungen ist bei einer Biogastochter viel weniger erotisch, als vielleicht bei einem Supermodell im Pirelli-Kalender. Ein schönheitschirurgischer Eingriff in Form eines Kapitalschnitts wäre sicherlich schon aus rein ästhetischen Gründen zu erwägen, wenn man als Investor länger Freude an der Tochter haben möchte.

Bevor Sie das Opfer von irgendwelchen - natürlich rein therapeutischen - Eingriffen zu Gunsten der Tochter (KTG Energie AG) werden, lassen Sie sich vor der Entscheidung über den Eingriff nicht von einem Arzt oder Apotheker, sondern lieber von ihrem Anwalt beraten. Nur so können Sie dafür sorgen, daß die möglicherweise notwendigen Operationen nicht zum Ableben ihres Investments führen. Andernfalls könnte es heißen: Operation (=Sanierung) gelungen, Patient (=Kapitalanlage) tot.

Anleger sollten auch bedenken, daß allein der feste Glaube, daß mit dem Erscheinen des neuen Investors sich jetzt auch für die Anleger alles zum Guten wenden wird, eher ein Wunschtraum ist. Spontanremissionen (=Wunderheilungen) kranker Kapitalanlagen konnten bei Mittelstandsanleihen von dem juristischen Fachpersonal bisher nicht beobachtet werden.


KTG Energie AG: 10 Fragen zur Tochtergesellschaft der KTG Agrar SE

Die KTG Energie AG verarbeitet als Tochterunternehmen der insolventen KTG Agrar SE die u.a.von der KTG Agrar gelieferten sog. Substrate (z.B. Maissilage) zu Biogas (Methan).

Exkurs:  

Der weltweit größte „Produzent“ von Methan aus Biosubstraten (Maissilage etc) ist die normale Milchkuh, die das Gas in Form von Flatulenzen* unkontrolliert an die Umwelt abgibt. Die Gas-Ausbeute einer industriellen Biogasanlage ist allerdings wesentlich höher als die einer Milchkuh deren Biogase „produktionsbedingt“ nicht nutzbar sind und nur die Umwelt schädigen. Zumindest die Insolvenz dieses vierbeinigen Biogasproduzenten ist mit Sicherheit ausgeschlossen.

Die Muttergesellschaft (KTG Agrar SE)  der KTG Energie AG soll nun durch eine Insolvenz in Eigenverwaltung saniert werden, während die KTG Energie AG als Tochtergesellschaft die Biogasproduktion weiterbetreibt. Am 09.08.2016 teilt die KTG Energie AG mit, daß ihr bisheriger Vorstand / CEO Dr. Berger den Vorstand verlassen hat. Diese Mitteilung kam für die Anleger völlig überraschend. In der letzten Hauptversammlung erhielt Vorstand Dr. Berger noch große Zustimmung für seine Tätigkeit. Die Vorgänge werfen Fragen auf, die soweit schon heute möglich, beantwortet werden sollen.

Fragen zu KTG Energie AG

1) Ist die KTG Energie AG von der Insolvenz der KTG Energie AG SE betroffen?

2) Ist die KTG Energie AG eng mit der KTG Agrar SE verbunden?

3) Warum ist der Vorstand (CEO) der KTG Energie AG, Herr Dr. Berger zurückgetreten?

4) Kann die insolvente KTG Agrar SE die Kredite fällig stellen, die sie der KTG Energie AG gab?

5) Wenn das Insolvenzverfahren KTG Agrar SE eröffnet wird, könnte dann der Insolvenzverwalter (bzw. Sachwalter) bzw. der Insolvenzverwalter die Rückzahlung von  Darlehen fordern?

6) Müssen die Sanierer der KTG Agrar SE (Muttergesellschaft der KTG Energie AG) die Interessen der Anleger der KTG Energie AG berücksichtigen?

7) Führt die Insolvenz der KTG Agrar SE zum Ausfall der Substratlieferungen aus denen das Biogas gewonnen wird?

8) Besteht die Gefahr, daß die Banken für ihre Kredite an die KTG Energie AG neue Sicherheiten fordern?

9) Können Anleihegläubiger die Anleihe regulär kündigen und so sofort ihren vollen Anleihebetrag zurückerhalten?

10) Was können Anleger (Aktionäre / Anleihegläubiger) tun um Verluste zu vermeiden oder zumindest zu vermindern?

Antworten zu KTG Energie AG

Die Muttergesellschaft (KTG Agrar SE)  der KTG Energie AG soll nun durch eine Insolvenz in Eigenverwaltung saniert werden, während die KTG Energie AG als Tochtergesellschaft die Biogasproduktion weiterbetreibt. Am 09.08.2016 teilt die KTG Energie AG mit, daß ihr bisheriger Vorstand / CEO Dr. Berger den Vorstand verlassen hat. Diese Mitteilung kam für die Anleger völlig überraschend. In der letzten Hauptversammlung erhielt Vorstand Dr. Berger noch große Zustimmung für seine Tätigkeit. Die Vorgänge werfen Fragen auf, die soweit schon heute möglich, beantwortet werden solle

1) Ist die KTG Energie AG von der Insolvenz der KTG Energie AG SE betroffen?

Nein. Die KTG Energie AG ist eines der vielen Tochter und Enkelunternehmen der KTG Agrar SE. Das Insolvenzverfahren der KTG Agrar SE betrifft die KTG Energie AG nicht „unmittelbar“. Es ist also kein Insolvenzverwalter tätig und Forderungsanmeldungen sind ebenfalls nicht möglich. Die Sanierer der KTG Agrar SE haben damit auch keinen direkten Einfluß auf die Geschäftsführung der KTG Energie AG. Die KTG Agrar AG ist auch nicht zur Zahlung der Schulden der Muttergesellschaft (KTG Agrar SE) verpflichtet.

2) Ist die KTG Energie AG eng mit der KTG Agrar SE verbunden?

Ja. Die KTG Agrar SE ist die Muttergesellschaft der KTG Energie AG. Sie hält die Mehrheit der Aktien (52%) der KTG Energie AG. Die neu bestellten Sanierer der KTG Agrar SE haben daher als Vertreter der Mehrheitsaktionärin erheblichen, wenn auch nur indirekten, Einfluß auf die KTG Energie AG.Die KTG Energie AG hat ein Darlehen von der KTG Agrar SE von über 30 Mio. € erhalten, das aber erst in 2021 fällig sein soll. Ob die Sanierer des insolventen Muttergesellschaft (KTG Agrar SE) so lange stillhalten werden, ist offen. Die KTG Agrar SE hat Bürgschaften für die Finanzierung von rund einem Drittel der Biogasanlagen der KTG Energie AG gegenüber Banken abgegeben.

Die KTG Agrar SE und deren andere Tochtergesellschaften liefern die Substrate (Biomasse) aus denen das Gas erzeugt werden soll

3) Warum ist der Vorstand (CEO) der KTG Energie AG, Herr Dr. Berger zurückgetreten?

Die Gründe für den Rücktritt wurden in der Adhoc Mitteilung des Unternehmens nicht benannt. Der Vorstand der KTG Energie AG war aber 2008 bereits Vorstandsmitglied der KTG Agrar SE neben dem Vorstand Hofreiter. Die FAZ (Frankfurter Allgemeine Zeitung) spekuliert, daß diese Nähe zu dem Ex-Vorstand der insolventen Muttergesellschaft irgendwie Ursache für die Entscheidung gewesen sein soll. In der letzten Hauptversammlung der KTG Energie AG wurde dem Vorstand noch das vollste Vertrauen durch die Aktionäre ausgesprochen.

4) Kann die insolvente KTG Agrar SE die Kredite fällig stellen, die sie der KTG Energie AG gab?

Nein, vermutlich nicht. Sofern die Verträge so gestaltet sind wie Dr. Berger es behauptete. Als Mehrheitsaktionärin hat die KTG Agrar SE aber Einfluß darauf, wer als Vorstand der Tochtergesellschaft bestellt wird und dann die Verhandlung über eine etwaige Änderung der bestehenden Kreditverträge / Tilgungsvereinbarungen führen wird.

5) Wenn das Insolvenzverfahren KTG Agrar SE eröffnet wird, könnte dann der Insolvenzverwalter (bzw. Sachwalter) bzw. der Insolvenzverwalter die Rückzahlung von  Darlehen fordern?

Nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen der KTG Agrar SE könnte der Insolvenzverwalter (bzw. Sachwalter) nach Gründen für eine Insolvenzanfechtung von Darlehensverträgen suchen, um so eine vorzeitige Rückzahlung zu erreichen. Ob diese Anfechtung dann auch vor Gericht standhält, weil behauptete Anfechtungsgründe vorliegen, wird sich erst dann erweisen. Sollte der Sachwalter der insolventen Muttergesellschaft die KTG Energie AG  hingegen noch für die Sanierung der Muttergesellschaft benötigen, wird er von einer Anfechtung von Darlehensverträgen absehen.

6) Müssen die Sanierer der KTG Agrar SE (Muttergesellschaft der KTG Energie AG) die Interessen der Anleger der KTG Energie AG berücksichtigen?

Nein. Die derzeitigen Sanierer KTG Agrar SE, aber auch ein etwaiger Insolvenzverwalter, werden nicht im Interesse der Anleger der KTG Energie AG tätig, sondern nur im Interesse einer Sanierung der KTG Agrar SE. Ob dabei die Anleger einer Tochtergesellschaft Verluste erleiden, ist unerheblich, solange dadurch die Sanierung nicht gefährdet wird, oder ihre Rechte als Mehrheitsaktionärin (=KTG Agrar SE) nicht mißbräuchlich ausüben.

7) Führt die Insolvenz der KTG Agrar SE zum Ausfall der Substratlieferungen aus denen das Biogas gewonnen wird?

Nein, allenfalls zu einem Teilausfall der Lieferungen. Nach den Aussagen des Ex-Vorstands nicht „unmittelbar“, da die Lieferantenverträge teilweise mit anderen Tochtergesellschaften der KTG Agrar SE geschlossen worden sein sollen, die selbst nicht insolvent sind und formal eigenständige Unternehmen darstellen. Ob auch eine Weiterbelieferung von Substraten durch die insolvente Muttergesellschaft erfolgen wird, war zur Zeit der Adhoc Mitteilung vom 05.07.2016 ungeklärt. Nach der Meinung des ehemaligen Vorstands wurde damals eine Weiterbelieferung als „rational“ angesehen, da KTG Energie die Lieferungen bezahlt. Ob die insolvente KTG Agrar SE weiter die langjährigen Lieferungsverträge, die eine Lieferung der Substrate auf Fixpreisbasis vorsehen, wird erfüllen können, ist indes eher zweifelhaft. Andere Lieferanten für Substrate zu finden, dürfte sich angesichts der Verunsicherung durch die Insolvenz der Muttergesellschaft als schwierig erweisen. Auch das Ratingunternehmen Creditreform sah bereits am im Juni 2016 für die Zukunft erhöhte Risiken für die Versorgung mit Inputstoffen, was der ehemalige Vorstand damals auch per adhoc mitteilung (Adhoc vom 15.06.2016) bekannt machte.

8) Besteht die Gefahr, daß die Banken für ihre Kredite an die KTG Energie AG neue Sicherheiten fordern?

Ja. Nach den Aussagen des - (jetzt) ehemaligen - Vorstands hat die KTG Agrar SE Bürgschaften für ein Drittel der Finanzierungen der Biogasanlagen gestellt. Diese dürften nach dem Insolvenzantrag des Bürgen (KTG Agrar SE) wertfrei sein. Die Banken werden eine Nachbesicherung verlangen. Ob sie allein die Biogasanlagen als ausreichende Sicherheit akzeptieren, ist genau die Frage.

Kann die KTG Energie AG den Banken keine zufriedenstellenden Sicherheiten als Ersatz für die Bürgschaft der KTG Agrar SE stellen, hat die KTG Energie AG und damit auch deren Aktionäre und Anleihegläubiger ein ernsthaftes Problem…

9) Können Anleihegläubiger die Anleihe regulär kündigen und so sofort ihren vollen Anleihebetrag zurückerhalten?

Nein. Nach den Anleihebedingungen 7.9 a) (Anleiheprospekt Seite 61) ist dies nur möglich, wenn die Zinsen nicht innerhalb von  30 Tagen nach dem betreffenden Fälligkeitstag gezahlt werden. Der nächste Zinstermin ist erst der 28.09.2016. Ob die Anleihe auch aus wichtigem Grund (z.B. wesentliche Verschlechterung der Finanzlage) gekündigt werden kann, kann nach derzeitigen Informationsstand nicht abschließend beurteilt werden, Die Auswirkungen der Insolvenz der Muttergesellschaft auf die finanzielle Lage der Tochtergesellschaft stehen noch nicht endgültig fest.Die KTG Energie sollte daher dringendst öffentlich darstellen, wie sie die Refinanzierung bewältigen will.

10) Was können Anleger (Aktionäre / Anleihegläubiger) tun um Verluste zu vermeiden oder zumindest zu vermindern?

Sollten Vermittler / Berater / Bankmitarbeiter keine vollständige Aufklärung über die Risiken der Anleihe erbracht haben, ist ihre Inanspruchnahme erfolgversprechend. Unbesicherte Unternehmensanleihen sind keine sichere Kapitalanlage und dürfen insbesondere nicht als unverzichtbare oder stabile Grundlage einer Altersvorsorge angeboten werden.